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Interview mit Christian Pöschl (Bandleader) über die Band, Country, etc.
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Wie bist Du zur Countrymusic gekommen?
Viele werden es nicht glauben, als Kind, so etwa 8 Jahre alt, begann mein Vater (Leo - ebenfalls Bandmitglied) sich eine enorme
Plattensammlung mit Countrymusic anzueignen. Mein Vater spielte und gründete auch in diesen Jahren mehrere Countryformationen und spielte damals mit heutigen österr. Countrygrößen wie Carl Kaye, Helmut Mitteregger, Carlo Körber, Frank Baum, usw. und sogar in der ORF Fernsehsendung HOWDY damals mit Günther Schifter. Leider hat der ORF ja für unsere Musik nicht mehr viel übrig. Ist aber auch nicht leicht, da es ja - man muss ehrlich sein - bei den Verkäufen nur einen minimalen Prozentsatz in der österr. Musikindustrie ausmacht. Aber zurück zur Frage. Mein erster direkter Einstieg war mit 9 Jahren mit der deutschen Gruppe Truck Stop. Die hatten grad den Hit "Ich möcht so gern Dave Dudley hörn". Das war mein erstes Country Lied das ich selbst gesungen und gespielt hab ....
Warum dann erst so spät die eigene Countryband?
Das waren mehrere Faktoren. Begonnen hab ich mit ca. 10 Jahren aufzutreten bei uns zuhaus im Heurigenlokal. Damals war Mike Krüger
mit dem Lied "Der Nippel" grad am Höhepunkt seiner Karriere und diese komischen Sachen gefielen mir sehr gut. Das war meine erste musik. Karriere, als Mike Krüger Imitator. Da wurde ich vom damaligen ORF U-Chef Willi Fantel (ORF Burgenland) entdeckt und gefördert. Ich war jahrelang unterwegs mit Größen wie Waterloo, Andy Borg, Chris Roberts, Roy Black usw. Dann kam aber die erste Zusammenkunft mit Freunden aus meiner Heimatgemeinde Wimpassing/L. als Band zu arbeiten. Von Country war keine Rede. Wir wurden damals automatisch in die Tanzmusikszene geschubbst, da für Silvester eine Tanzband dringende benötigt wurde und keine andere Band Zeit hatte. So lernten wir in kürzester Zeit ein Tanzprogramm ein und von da an ging es los. Die Band hieß "Live Time" und wir waren gut im Geschäft. Ausserdem war es sehr schön mit meinen Freunden, mit denen ich auch privat immer unterwegs war, Musik zu machen. Es war eine tolle Zeit. Dann des übliche. Es hören Musiker auf und der Bruch kommt .... Danach war ich noch in zwei Tanzkapellen (Moonshots, Musik Men). Nebenbei machte ich eine Formation namens "Para Guitarra". Wir spielten zu dritt (2 Gitarren und Percussionist). Die Musikrichtung war Flamenco, Latin, Swing mit sehr vielen Eigenkompositionen. Diese Art der Musik brachte den Ausgleich zur Tanzmusik und war echt erfolgreich. Wir konnten viele Fernsehauftritte und Radioeinsätze verbuchen. Um diese Gruppe tuts mir heute noch sehr leid, aber meine beiden Kollegen zogen von hier weg und dann wurde es schwierig weiterzuarbeiten. Danach aber - und wieder war es die Gruppe TRUCK STOP aus Deutschland, welche mich zu meinen Wurzeln zurückholte. Ich war in München im Konzert bei Truck Stop (wollt ich immer mal live sehen) und von da an war mir klar jetzt mach ichs endlich. Ich überredete meinen Vater, der grad erst bei einer anderen Formation (Volksmusik - Orig. Winzer Buam) aufgehört hat, weil die sich auflösten und nach langem hin und her, ich glaub er wollte zuerst nicht recht, hat er sich breitschlagen lassen. Ich muss dazu sagen, ohne meinen Vater hätt ichs nicht gemacht und die Grundidee war eigentlich nicht allzu viel zu spielen und vielleicht mehr als Einlage gedacht auf div. Festen.
Und die Musikerkollegen?
Das war kurios. Von der ersten gemeinsamen Probe sind nur Leo und ich übrig geblieben. Es war nicht leicht und wäre fast gescheitert. Da
war dann viel Glück dabei. Reinhard (Schlagzeug) war grad zufällig frei, er war ein Schulkamerad von mir und mein Schwager Martin (Bass) wurde zwangsverpflichtet. Charly (Gitarre) spielte mit mir schon bei "Live Time" und "Laszlo" aus Ungarn am Piano (kam aber erst ein Jahr später dazu).
Eure erste CD war auf Deutsch und das gleich bei der Bandpräsentation?
Das war das witzige dran. Durch meine erneute Inspiration durch Truck Stop und der Gedanke vielleicht auch im Radio gespielt zu werden
komponiert ich viele deutsche Country Songs. Die waren eigentlich fix und fertig eingespielt bevor es die Band noch gab. Ich schickte sie zu mehreren Plattenfirmen und wir bekamen bei Tyrolis einen Plattenvertrag. Nicht einmal einen Bandnamen gab es und keine Aussicht ob draus was werden könnte. Gemeinsam mit Tyrolis einigten wir uns auf den Namen WESTERN COWBOYS. |
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Der erste Auftritt?
Als Sicherheitsvariante wählten wir eines unseres Gasthäuser in Wimpassing/L. Theoretisch dürfte da nichts schief gehen. Grade mal gut
25 Songs hatten wir drauf, aber der Zuspruch war toll. Volles Haus mit allem drum und dran. Vom Bürgermeister bis Fernsehen (ORF) war alles da. Dann gings Schlag auf Schlag. Die Cd´s wurden verschickt, wir hatten auch Radioairplay und ich arbeitete wie verrückt am Marketing und Werbung.
Was wurde aus den deutschen Songs?
Es war beim ersten Auftritt eigentlich schon klar, dass es in Österreich nicht möglich ist, in der Countryszene mit deutschen Titeln
aufzutrumpfen, daher wurde rasch auf ein amerik. Programm umgestellt. Wir probten wie die wilden. Die deutschen Titel reduzierten sich auf ein paar Songs.
Die Idee der CD "Best of Austrian Countrymusic"?
Obwohl ich kaum Countrybands noch kannte, hatte ich die Idee eine gemeinsame Produktion zu machen. Eine CD, welche die
Countrybands aus Österreich zusammenfasst. Mit unserem Plattenlabel hatte ich einen idealen Partner dem die Idee gefiel und die auch die CD´s in die Geschäfte bringen konnte. Mittlerweile gibt es 3 CD´s aus dieser Serie und man kann die Scheibe in jedem Geschäft krigen. Wichtig war, dass die CD bei Media Markt, Saturn, etc. aufliegt und das tut sie. Diese Aktion machte uns mit einem Schlag in weiten Teilen Österreichs bekannt und die CD brachte uns auch den ersten Award der ACMF ein.
ACMF ?
Die "Austrian Country Music Federation". Eine österreichweite Organisation, welche die Countrymusic in Österreich fördert und verbreitet
und am Ende des Jahres die Highlights der österr. Countrymusic auszeichnet mit Awards.
Die Country Kreuzfahrten ?
Oh Mann, das war eine Sache. Kaum gab es und ein Jahr überkam mich die wahnsinnige Idee eine Schiffsreise im Stile der
Volksmusikanten auszurichten. D.h. nicht irgendeine Bootsausfahrt, sondern mit ordentlichen Luxusdampfern. So mit eigenem Saal für unsere täglichen Live Events usw. Also ging ich zu unserem Reisebüro Blaguss in Eisenstadt und fand in der Filialleiterin Fr.Reidinger eine Person, welche sofort begeistert war und sowas auch schon mal organisiert hatte. Ich erinnere mich noch wie mich alle für verrückt erklärt haben sowas zu machen. Und es wurde ein überwältigender Erfolg. Mittlerweile machen wir grad die 3. Kreuzfahrt und die schlägt momentan alle Rekorde. So viele Country Freunde aus ganz Österreich waren noch nie dabei. An Bord ist es toll. Jeden Abend im eigenen Konzertsaal mit Tanzfläche Countrymusic und heuer auch erstmals eine Line Dance Show. Line Dance Workshops sind ebenfalls immer dabei. Hier hat die Mundpropaganda voll gegriffen und die Unterstützung ist großartig.
Radio und Fernsehen ?
Mit unserem aktuellen Album "Big Family" war es dann endlich soweit. Fernsehauftritte (ORF, TW1) und Radioairplay kam endlich ins
Rollen. 2 Titel von uns erschienen in den USA über Diamond Back Records und brachte uns mit beiden Songs (It´s so easy und An American Dream) in die European Independent Country Charts und in Norwegen und Schweden gar unter die Top Ten. Der Song An American Dream lief auch regelmäßig im ORF Radio.
Disneyland Paris?
Es war ein Kindertraum von mir und als großer Disneyland Fan eine unglaubliche Überraschung, dass es gelang einen Auftritt in Paris im
Disneyland zu bekommen. Es war über eine deutsche Agentur, welche unsere internationalen Bemühungen aufgriff. Ausschlaggebend waren sicherlich unsere Ausrichtung der Kreuzfahrten und die CD Sampler. Sie müssen sich vorstellen, es war kein Außenengagement wie z.B. im Saloon des Disney Village. Nein, drinnen im Park im Fantasyland auf der Showbühne, wo die großen Acts laufen. An dem Tag waren rund 30.000 Menschen im Park und unsere Show war dort groß angekündigt als Teil des Tagesprogrammes im Park. Des war Wahnsinn. Einmal im Leben bei einem echten Profiunternehmen mitmachen zu dürfen. Eine unererer schönsten Erfahrungen, welche man ein Leben lang nicht mehr vergißt. Vielleicht unserer größtes Highlight bis jetzt. Gebracht hats viel. Es ist halt schon ein Unterschied, wenn man sagen kann man hat in Paris bei Disney gespielt als Referenz! Dann kamen sie die Anfragen auch aus dem Ausland. Schweiz (Interlaken), Deutschland, usw.
Wie gehts weiter ?
Heuer ist wieder ein sehr großartiges Jahr für uns. Wir sind hervorragend gebucht. Die 3. Kreuzfahrt liegt an. Einzig unsere langjähriger
Musikerkollege "Laszlo" mußte aus privaten Gründen aufhören. Er war vier Jahre bei uns und es waren schöne Jahre die er wesentlich mitgeprägt hat. Dafür mein grosses DANKE. Wir haben aber ein großartiges neues Mitglied. Peter, aus Ungarn, spielt bei uns nun Piano. Er wird uns allen auch sehr viel Freude bereiten und ist mit viel Engagement bei der Sache. Ich selber spiele ja nun auch Pedal Steel Guitar, also wir haben wieder viele Überraschungen für unsere Freunde.
Wie wichtig ist Erfolg und wie ordnet ihr Euch ein ?
Es ist in den letzten Jahr schon so gewesen, dass sehr viele Anfragen kommen, die nicht nur aus der Country Szene sind. Wir haben viele
Einladungen mit Kollegen an Shows mit Volksmusik. Immer wieder kommen die Leute und sagen: Hey haben gar nicht gewußt wie toll das ist was ihr da macht. Die Veranstalter mögen auch unsere unkomplizierte Art. Wir sind gerne bereit Show Acts zu organisieren. Unterstützend beim Programmablauf mitzuwirken ist für uns selbstverständlich und das macht sich auch bezahlt. Mein Ziel war uns ist es immer dem normalen Menschen, welcher Country oft zum ersten mal hört, diese Musik näherzubringen. Dies gelingt sehr gut, da wir mit dem Publikum zusammenarbeiten. Die Leute spüren, dass da was kommt, was ehrliches und überzeugendes. Darum sind wir sehr beliebt in allen Altersklassen. Bei Kurkonzerten genauso wie auf Festivals. Eine Einordnung ist bei uns leicht, da wir für alle unser Programm ausrichten können. Egal ob modern oder traditionell. Wir haben alles drauf. Ich denke aber schon, dass wir uns zu den bekanntesten Countrybands in Österreich zählen dürfen, da wir ja Jahr für Jahr in ganz Österreich unterwegs sind und sehr viele Rückmeldungen bekommen und unser Terminkalender dies wiederspiegelt. Man darf halt sich nie zurücklehnen und denken jetzt läuft alles von selbst, das wäre schon der erste Schritt zurück ...
Zusammenarbeit mit anderen Bands ?
Für uns kein Problem. Wir sind großteils mehr als nur gut befreundet. Kollegen wie Carl Kaye oder Helmut Mitteregger sind oft schon bei
uns dabei gewesen. Respekt ist hier sehr wichtig und der ist auch vorhanden. Das Schöne in der Countrymusic ist ja, dass Freundschaft großgeschrieben wird und wir dürfen nie vergessen, dass Countrymusic in Ö nicht so einen großen Stellenwert hat und daher ist es wichtig gut miteinander umzugehen. Aber das ist kein Problem !! |